Quintus Horatius Flaccus (1. Ausgabe ca. 23 v. Chr.):
Carminum

Liber Primus.
Ode Prima.

 

Oden

Nach seinem Erfolg mit den „Satiren“ und „Epoden“ widmete sich Horaz der frühgriechischen Lieddichtung, deren Blütezeit etwa von 670 bis 450 v. Chr. dauerte. Während sich die griechischen Lieddichter selbst Sänger oder Musendiener nannten, bürgerte sich später der Begriff Lyriker nach ihrem Hauptinstrument, der siebensaitigen Lyra, ein. Horaz schrieb vier Lyrikbücher, die „Carmina“, die insgesamt 104 Gedichte enthalten. Die ersten drei publizierte er in einem Corpus um 23 v. Chr. und das vierte um 13 v. Chr. Im Gegensatz zu den nicht immer ganz ausgereiften „Epoden“ stellen die „Oden“ (Odé, Gesang) eine vollendete Meisterleistung dar.

 

Datierung und produktive Bedingungen

Obwohl die ersten drei Odenbücher als volumina (Buchrollen) herausgegeben wurden,[105] schrieb Horaz seine Gedichte nicht in der Reihenfolge der Komposition, die in den späteren Ausgaben und heutigen Texteditionen Standard geworden sind. Das Werk entstand über lange Zeit aus Stücken, die der Dichter nach und nach komponierte und die zunächst zur Rezitation auf Gastmählern gedient haben könnten. Eine der ältesten möglichen datierbaren Oden, das carmen 1,35, liegt in der Entstehungszeit noch vor der Schlacht bei Actium, etwa um 35 v. Chr.[106] Da der terminus post quem keiner Ode auszumachen ist, die jünger als 23 v. Chr. wäre, kann eine Veröffentlichung der Bücher zu diesem Zeitpunkt oder danach erfolgt sein. Im carmen 1,4 richtet Horaz die Rede an Lucius Sestius Quirinus, den Konsul des Jahres 23 v. Chr., von dem er u. a. dessen Leidenschaft zum Würfelspiel und seine Zuneigung zum Knaben Lycidas thematisiert.[107] Dass die Oden nach 23 v. Chr. für eine Herausgabe als Ganzes von Horaz noch einmal überarbeitet, teilweise chronologisch geordnet und neu zusammengestellt wurden, zeigen einzelne chronologische Verläufe innerhalb des Werkes und die beiden parallelen Programmgedichte 1,1 und 3,30, deren beider Versmaß ein sich eingängig wiederholender, stichischer Asclepiadeus minor ist, das heißt, dasselbe Versmaß wird Zeile für Zeile wiederholt.

 

Themen

Themen sind wie schon bei den Griechen vor allem Liebe und Politik, aber auch Freundschaft, Alltäglichkeiten des Lebens und Fragen der Philosophie. Vorbild war unter anderem Alkaios von Lesbos, von dem er teilweise auch die Strophenform übernahm. Im großen Unterschied zu seinen griechischen Vorgängern war Horaz nur Dichter und nicht Musiker. Deshalb waren seine „Oden“ nicht vertont. Eine Ausnahme bildete nur das 17 v. Chr. für die Jahrhundertfeier, die den Beginn einer Friedensära einleiten sollte, verfasste „Carmen saeculare“. Wie auch schon die Chorlyriker liebte es Horaz, in einem Gedicht die verschiedensten Themen zusammenzufügen. Oft verwendete er verhaltene, hintergründige Aussagen. Mittel dazu waren treffende Bilder, Aussparungen, Offenlassungen und leise Untertöne. Viele seiner Gedichte beginnen wuchtig und klingen leicht und heiter aus.

Wichtig sind hier vor allem das „Carmen saeculare“ und die sechs „Römeroden“. Letztere mahnten das römische Volk an die alten mores maiorum: Genügsamkeit, Tapferkeit, Treue, Standhaftigkeit, Gerechtigkeit und Ehrfurcht.

 

(Quelle: Wikipedia)

Carmina - Ode Prima von Horaz

Artikelnummer: 3980
880,00 €Preis
  • Horaz, * 8. Dezember 65 v. Chr. in Venusia; † 27. November 8 v. Chr., eigentlich Quintus Horatius Flaccus, ist neben Vergil, Properz, Tibull und Ovid einer der bedeutendsten römischen Dichter der Augusteischen Zeit. Seine philosophischen Ansichten und dicta gehörten bis in die Neuzeit zu den bekanntesten des Altertums und erfuhren reichhaltige Rezeption in Humanismus und Klassizismus. Horaz trieb die klassische Literatur eigener Zeit auf neue Höhen und war besonders für den englischen Klassizismus bedeutendstes antikes Vorbild. (Wikipedia)

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